Wenn eine Beziehung in die Brüche geht oder Du einen geliebten Menschen verlierst, steht deine Welt erst einmal still. In dieser Zeit sehnst Du Dich vielleicht nach einem sicheren Hafen, nach Menschen, die für Dich da sind – ohne wenn und aber.
Doch oft wartet genau dann die nächste schmerzhafte Überraschung: Dein soziales Umfeld beginnt sich zu verändern.
Menschen, von denen Du dachtest, sie stünden Dir nah, tauchen plötzlich ab. Andere wiederum überschütten dich mit ungefragten Ratschlägen, die dafür sorgen, dass Du Dich noch schlechter fühlst.
Das tut weh und macht einsam. Hier will ich Dir folgendes ans Herz legen:
Es ist eine völlig normale Begleiterscheinung von großen Lebensumbrüchen. Wenn dein Leben sich neu sortiert, sortieren sich deine Beziehungen oft automatisch mit. Denn was gestern noch richtig und wichtig war, stellt sich heute ganz anders dar.
Ich zeige Dir hier ein paar Möglichkeiten auf, die Dir helfen können, in dieser Phase gut für Dich zu sorgen und Dein Umfeld so zu gestalten, dass es Dir Energie gibt, statt sie Dir zu rauben.
1. Wenn Freunde, Dich ghosten
Du gehst durch die schwerste Zeit deines Lebens, und spürst, dass Freunde, sich immer seltener bei Dir melden bis Du irgendwann gar nichts mehr von ihnen hörst. Du hast das Gefühl, dass Freunde und/oder Familie, Dich im Stich lassen. Das tut – bei all dem Schmerz – zusätzlich weh.
Doch in den allermeisten Fällen hat dieses Abtauchen überhaupt nichts mit Dir als Person zu tun.
Was dahintersteckt:
Es ist oft die pure Hilflosigkeit der anderen. Tiefer Schmerz, Trauer oder das laute Chaos einer Trennung machen vielen Menschen Angst. Sie wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen. Was sage ich? Wie kann/soll ich unterstützten? Deshalb ziehen sie sich lieber zurück.Dein Weg damit:
Du brauchst Deine Energie jetzt für Dich und Deinen Weg zurück in ein glückliches Leben. Deshalb lass diese Freunde gerne ziehen. Vielleicht kommen sie irgendwann zurück oder Du erkennst, dass sie nicht mehr in Dein neues Leben passen.
2. Gut gemeint, aber schmerzhaft: Toxische Positivität ausbremsen
„Kopf hoch, das wird schon wieder!“, „Das Leben geht weiter.“ oder „Alles passiert aus einem bestimmten Grund.“ – Solche Sätze kennst du sicher. Sie sind meistens lieb gemeint, bewirken aber oft das Gegenteil: Du fühlst dich unverstanden und mit Deinem Schmerz nicht ernst genommen.
Was dahintersteckt:
Die Menschen um Dich herum halten es oft schwer aus, Dich traurig oder wütend zu sehen. Sie wollen Dich schnell wieder „glücklich machen“ .Dein Weg damit:
Du musst Deinen Schmerz für niemanden weg lächeln. Trauer und Wut brauchen Raum, um zu heilen. Wenn man sie mit billigen Phrasen übertüncht, stauen sie sich nur im Inneren an. Lass die Gefühle zu und drücke sie auf Deine Art und Weise aus. Gib ihnen den Raum, den sie brauchen.
3. Grenzen setzen in Liebe und Klarheit
Du darfst den Menschen in deinem Umfeld sagen, was du jetzt brauchst. Oft sind sie dankbar für einen Wegweiser, weil sie Dir wirklich helfen wollen. Grenzen zu setzen ist jetzt wichtig für Dich, denn es geht um Dich und Deine Bedürfnisse.
Probier es mal mit diesen Worten:
„Ich danke dir für deine lieben Worte und ich weiß, dass du mir helfen willst. Aber im Moment brauche ich keine Ratschläge oder Lösungen. Ich brauche einfach nur jemanden, der mir zuhört oder schweigend eine Tasse Kaffee mit mir trinkt. Kannst du das gerade für mich tun?“
Wenn jemand trotz allem nicht aufhört, dir gute Ratschläge aufzudrängen, darfst du das Gespräch auch sanft, aber bestimmt stoppen:
„Ich merke, dass mir dieses Thema gerade zu viel wird. Lass uns bitte über etwas anderes reden.“
4. Qualität vor Quantität: Dein innerer Kreis
Es ist traurig, wenn der Freundeskreis in einer Krise kleiner wird. Gerade nach einer Trennung haben manche Freunde das Gefühl, sie müssten sich auf eine Seite schlagen.
Wichtig ist nicht, wer geht, sondern wer bleibt. Vielleicht sind es nur wenige Herzensmenschen, die in dieser Zeit zu Dir stehen und für Dich da sind. Das sind diejenigen, auf die es ankommt. Diejenigen, die Deine Tränen aushalten, ohne wegzusehen. Die Dich in den Arm nehmen, wenn Du schweigst, und die mit Dir wütend sind, wenn Dir danach ist.
Diese echten, tiefen Verbindungen sind das Fundament, auf dem Du Dein neues Leben aufbauen kannst. Sie sind unendlich viel wertvoller als ein großer Kreis aus Schönwetter-Freunden.
Mein Gedanke für dich
Dich in einer Umbruchphase von Menschen oder Verhaltensweisen zu distanzieren, die Dir nicht guttun, ist kein Egoismus. Es ist der tief empfundene Respekt vor Deiner eigenen Verletzlichkeit. Du darfst jetzt wählen, wer Dich auf diesem neuen Weg begleiten darf. Du entscheidest, wer Dir gut tut und Energie spendet oder wer seinen Weg besser ohne Dich weitergeht.
Sorge gut für dich – du bist es wert!

